Kommunalkongress 2011 – Ein Kommentar

Am 11. und 12. April fand in Berlin der Kommunalkongress 2011 statt. Eingeladen hatte die Bertelsmann Stiftung zum Thema „Kinder & Jugendliche: Zukunft mit Perspektive – mehr Handlungsspielraum für Kommunen“.

Wie immer wenn es um Kommunalpolitik geht, kommt ein Thema mit Sicherheit zur Sprache, das liebe Geld. Dass die Kommunen pleite sind pfeifen nicht mal mehr die Spatzen von den Dächern und dass den Städten und Gemeinden immer mehr Aufgaben übertragen werden interessiert auch keinen Hahn mehr.

So bleibt alles wie es ist. Gesundheit, Bildung, die Chancen auf einen beruflichen Einstieg, Integration und vieles mehr hängt weiterhin vom sozio-ökonomischen Status des Elternhauses ab und wird von diesem an ihre Kinder vererbt, in manchen Familien nun schon in der dritten Generation.

Es ist nicht so, dass die Kommunen nicht versuchen würden an diesem Teufelskreis etwas zu ändern, aber es scheint ihnen sind die Hände gebunden.

Probleme, so konnte man erfahren, sind unter anderem die fehlende Qualitätskontrolle von kommunalen Projekten oder die projektbezogenen Leistungen, welche immer dann versiegen, wenn ein Projekt anfängt Wirkung zu zeigen. Damit einhergehend sorgen auch die fehlenden langfristigen Perspektiven dafür, dass viele Probleme nicht gelöst werden können wenn schon auf kommunaler Ebene in Wahlperioden gedacht wird. Denn um Wirkungen bei der Abkoppelung vom sozio-ökonomischen Status zu entfalten, braucht es einen langen Atmen.

Damit zusammen hängt ein weiteres, nicht zu unterschätzendes Problem. Die Kommunen haben ein eingeschränktes Blickfeld was die Kooperationspartner bei der Lösung der oben angesprochenen Probleme angeht. Oft war von der Zivilgesellschaft die Rede und auch bürgerliches Engagement war eines der Buzzwords, welches man des Öfteren zu hören bekam.
Aber dennoch hatte man den Eindruck, gemeint waren damit nur die großen Wohlfahrtsverbände und nicht die unzähligen kleinen, vielfältigen Initiativen, Projekte und Vereine, welche sich der gleichen Themen annehmen und dazu beitragen die entsprechenden gesellschaftlichen Probleme anzugehen und zu lösen.

Durch diese Verengung des Blickes auf die Großen übersieht man das Potential, welches sich durch die Aktivierung und Einbindung des gesamten Dritten-Sektors aktivieren ließe. Natürlich braucht es für Bestimmte Aufgaben professionelle Dienstleister die mit hauptamtlichen Personal die dringendsten Probleme angehen, aber daneben gibt es noch genügend Aufgaben welche auch mit ehrenamtlichen Helfern erledigt werden.

So können zum Beispiel Kochkurse für Kinder angeboten werden um diese auf den Wert gesunder Ernährung hinzuweisen, es können Projekte ins Leben gerufen werden bei denen alte Leute Kindergartenkindern vorlesen um deren Defizite beim Spracherwerb auszugleichen oder es können bereits eingeführte Projekte, bei denen die Förderung ausgelaufen ist von Akteuren der Zivilgesellschaft übernommen werden.

Man kann an die Vertreter der Kommunen nur appellieren, dass, wenn sie das nächste Mal von Zivilgesellschaft und bürgerlichen Engagement sprechen, sie nicht nur die großen Wohlfahrtsverbände im Auge haben, sondern sie ihren Blick weiten und alle Akteure zur Kenntnis nehmen und einbinden bei der Lösung der Probleme vor Ort.

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